Das Talhaus - die jüngere Geschichte

Talhaus Bubendorf

Nebst dem Landgasthof war das Talhaus immer auch ein Landwirtschaftsbetrieb, der erst von der vorletzten Generation aufgegeben wurde. Davon zeugt noch heute das riesige Oekonomiegebäude, das im Parterre nun Lagerräume und Garagen beherbergt. Zur Diskussion steht die Umwidmung und der Umbau in einen Pferdestall samt Koppel, was dem landwirtschaftlichen Charakter wieder näher käme. Das mehr als turnhallengrosse Tenn wäre eigentlich wie geschaffen dafür, als Veranstaltungsraum zu dienen, was im Moment aber von den Nutzungsvorschriften her (noch) nicht möglich ist, da es in der Landwirtschaftszone liegt. Entsprechende Zonenänderungsanträge laufen.

Den meisten ist das Talhaus als Landgasthof und «Lastwagenbeiz» bekannt, da verkehrsgünstig an der Hauensteinstrecke gelegen. Bis Ende 2012 wurde es in dritter Generation von Frau Marlies Lilié-Wüthrich betrieben, die kurz nach ihrer Pensionierung verstarb.

Am 11.11.2012 die Eigentümergemeinschaft Maag/Holinger/Spuler das Talhaus ersteigert und am 21.12.2012 die Talhaus AG gegründet. Anfangs 2014 stiess Hans Pauli als Mitaktionär dazu. Bis zur Eröffnung des Restaurants standen Neukonzeption, Renovation vor allem des gastronomischen Teils, Umorganisation und Umbau auf dem Programm. Dieser Prozess ist noch längst nicht abgeschlossen. Geplant ist zum Beispiel der Einbau von weiteren Zimmern.

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Eine Schnapszahl mit Folgen

Am 21.12.12 haben wir uns wider aller Unkenrufen zum Weltuntergang gegründet. Und das kam so: Esther Maag (www.esthermaag.ch) war es nach ihrem amtszeitbeschränkten Ausscheiden aus der Politik etwas langweilig. Sie hat ein neues Projekt gesucht und verschiedene Klöster und Gehöfte in der Toskana besichtigt. Andrea Münch, die Frau von Andreas Spuler (www.ritual.ch), ein langjähriger Arbeitskollege aus dem Verein Job Club (www.jobclub.ch), meinte, warum sie denn so weit gehen wolle, es gäbe hier ein Projekt direkt vor der Tür, das Talhaus sei zu kaufen.

Auf Anfrage keine Antwort – nichts geschah, bis Esther Maag zufällig über die Gant-Anzeige «Talhaus» in der Zeitung stolperte. So kam man wieder ins Gespräch - auch mit der Bank - doch es fehlte noch etwas Geld. Am Samstag vor der Steigerung traf Esther Maag an einem Fest zufällig einen alten Kollegen, von dem sie übrigens das Autofahren gelernt hatte: Heinrich Holinger (www.holinger-solar.ch): „Machst Du mit?“ „Ja, ich wollte eh auch gehen.“ „Ok, man sieht sich am Montag um 14.00...“

Montag, 12.11.12 (auch so eine Schnapszahl...) 13.50 auf dem Veloparkplatz vor dem Konkursamt. (Alle sind mit dem Velo gekommen): Andreas Spuler lernt Heinrich Holinger frisch kennen. „Äh, kommst du jetzt mit als Darlehensgeber oder als künftiger Miteigentümer?“ „Aha, muss man das vorher wissen?“ „Äh ja, ich glaube, so wie man es sagt, so steht es dann glaub auch im Grundbuch. Aber wir können ja noch fragen.“ Dazu blieb uns allerdings weder Raum noch Zeit.

Wir waren die letzten in einem gestossen vollen Räumchen mit sicher 50 Leuten und quetschten uns im letzten Moment noch stehend an die Wand. Erleichterung machte sich breit: „Ah, bei all den Profis, da können wir es eh vergessen.“ Keine/r von uns war je zuvor an einer Versteigerung, den Scheck in sechsstelliger Höhe hatte ich jedoch vorschriftsgemäss in der Handtasche.

Als erstes ein Phantasieangebot und dann kam die Bank, die einzige Gläubigerin, mit ihrem Gebot. Wir hatten mit ihr gesprochen, wir waren gewappnet und wussten in etwa, wo sie einsteigen würde. Brav boten wir den nächst möglichen Schritt. Zum ersten, zum zweiten – und hier setzte mein Herzschlag aus, denn darauf war ich nicht gefasst – zum dritten!

Es gibt Momente, wo man nicht weiss, ob man leichenblass werden oder sich freuen soll. Das war so einer...